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Ich habe mich als einfaches Mitglied des HJ-Streifendienstes, der Vorstufe zur Waffen SS, geweigert, eine Verpflichtungserklärung für diese Truppe zu unterschreiben, was ohne jegliche Konsequenzen blieb.
Es ist historisch erwiesen, dass Hitler schon 1938 entschlossen war, bei nächster sich bietender Gelegenheit „das Militär zu erproben“. Auf dieses Ziel war seine aggressive Außenpolitik gerichtet. Typische Beispiele dafür sind die Verkündung der Nichtanerkennung des Versailler Vertrages im Frühjahr 1935, die Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes im März 1936, der Anschluss Österreichs im März 1938, die Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Tschechoslowakei und deren anschließende Zerschlagung im Herbst 1938. Als nächstes Opfer hatte Hitler sich Polen vorgenommen. Der Danziger Korridor, der Ostpreußen vom Reich trennte, lieferte ihm den willkommenen Vorwand für eine militärische Intervention.
Im Innern des Reiches wurde die Bevölkerung durch Propagandasprüche, wie „Ein Volk ohne Raum“ oder „Holt sie heim ins Reich“ und durch Sammelaktionen für „Volksdeutsche im Ausland“ sowie durch martialische Gesänge, wie „Wir werden weiter marschieren, wenn alles in Scherben fällt, denn heute hört uns Deutschland und morgen die ganze Welt“ oder „Nach Ostland geht unser Ritt“ entsprechend eingestimmt.
Trotz der verordneten Scharfmacherei wollte die Bevölkerung keinen Krieg. Darum wurde mit unverkennbarer Erleichterung im Herbst 1938 die friedliche Lösung der Sudetenkrise durch die Konferenz von München aufgenommen.
Dagegen schien es für den Streit mit den Polen, die sich auf die Schutzmächte Frankreich und England stützten, keine Lösung zu geben. Vordergründig ging es Hitler um einen Korridor durch das ehemalige Westpreußen, um das vom Reich getrennte Ostpreußen ohne polnische Kontrollen erreichen zu können. Auch der Freistaat Danzig, der mehrheitlich von Deutschen bewohnt wurde, sollte dem Reich angegliedert werden.
Die Polen waren zu keinem Kompromiss bereit, sondern provozierten ihrerseits durch nadelstichartige Aktionen, bestärkt durch englische Garantieversprechen. Der Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 zwischen Deutschland und der Sowjet-Union gab Hitler die Sicherheit, kein großes Risiko einzugehen, wenn es mit Polen zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommen würde. Die überstürzten und wohl kaum erstgemeinten Verhandlungen mit England und Polen wurden von Deutschland einseitig am 31. August 1939 als gescheitert erklärt. Zeitgleich rief Hitler die deutsche Wehrmach zu den Waffen.
Damit begann am 1. September 1939 um 4.45 Uhr der Zweite Weltkrieg.
Die deutsche Wehrmacht
hatte den angeblich überraschenden Erstschlag durch getarnte Manöver und
gezielte Unterwanderungsaktionen gut vorbereitet.
Am 2. September 1939, meinem 13. Geburtstag, begann für mich ein
aufregender Tag.
Auf unserem Firmenbetriebshof war eine Einberufungs-Sammelstelle für
Landwirte mit Pferd und Wagen eingerichtet worden. Hier hatten sich die
Reservisten mit ihrem Gestellungsbefehl einzufinden. Sie wurden eingekleidet und
mit Waffen ausgerüstet. Sehr viele Landwirte waren gar nicht oder nur sehr
schlecht ausgebildet. Sie konnten weder ihre Uniform richtig ordnen, noch
wussten sie mit der Waffe umzugehen. Wir Jungen, die wir im Jungvolk gut
trainiert worden waren, hatten die Aufgabe, Hilfestellung zu leisten.
Da auch Alkohol ausgegeben wurde, sicher mit dem Ziel, die Stimmung und
Begeisterung zu steigern, war die Unbeholfenheit bei vielen noch größer. Bis in
die späten Nachtstunden dauerte dieser Trubel. An Schlaf war in dieser Nacht
nicht zu denken. Am nächsten Morgen zogen diese Reservetruppen gen Osten.
Von dem Beginn der Kampfhandlungen gegen Polen haben wir weder einen Schuss
gehört noch sonst größere oder außergewöhnlich Aktivitäten der deutschen
Wehrmacht wahrgenommen. Vom ersten Tag des Krieges bis zum Sommer 1944 lag die
Stadt Stolp in einer Oase des Friedens. Das geschichtliche Kartenmaterial , das
die Truppenbewegungen des Polenfeldzuges graphisch darstellt, bestätigt meine
Erinnerungen.
Danach kam leider das bittere Ende mit dem Verlust meiner Heimatstadt.
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