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Kindheit im 2.
Weltkrieg (Ängste und Erlebnisse von Marion T.)
Ich habe nie über Krieg nachgedacht, doch durch
Filme und Erzählungen von z.B. Marion T. wurde mir klar, wie viel
Schreckliches Krieg mit sich bringt.
"Im September 1939 wurde uns
von Adolf Hitler über den Rundfunk mitgeteilt, dass wir uns nun im
Kriegszustand befinden. Von jetzt an mussten wir mit den Lebensmitteln
sehr sparsam umgehen, da sie uns ab sofort zugeteilt wurden. Wir bekamen
Lebensmittelkarten, jeweils extra für die Männer, für die Kinder und für
die Frauen.
Da der Krieg sich zur Zeit in anderen Ländern wie
beispielsweise in Polen, Frankreich und der Tschechoslowakei abspielte,
spürten wir bis ca. 1941 nicht viel davon. Doch dann setzten auch in
Hamburg die Bombenangriffe ein, woraufhin wir oft in den Luftschutzkeller
mussten. Da die Angriffe meist nachts waren, mussten wir dort sogar auf
Strohbetten schlafen. Ein Koffer mit Wertsachen (Papieren, Schmuck, Geld,
evtl. Fotografien usw.) stand immer gepackt bereit. Da bei den Angriffen
nur vereinzelt Bomben fielen, machten wir uns als Kinder einen Spaß
daraus, am nächsten Morgen Bombensplitter zu sammeln. Doch 1943 wurden die
Bombenangriffe heftiger und Herr Hitler wollte seinen Nachwuchs retten und
schickte sie in die Kinderlandverschickung. Mädchen wurden in Familien
untergebracht und Jungen kamen ins Lager, z. B. in die Tschechoslowakei
oder nach Ungarn.
Im Juni wurde Hamburg in 3 Tagen durch
Bombenangriffe völlig zerstört. Zum Glück war meine Mutter zu
Besuch bei mir in Bayern, denn aus unserer ehemaligen Straße kam keiner
mehr lebend heraus. Da die Kinderlandverschickung nur auf 6 Monate
vorgesehen war, brachte meine Mutter mich und meinen älteren Bruder im
Oktober nach Dievenow in Pommern, weil es in Hamburg noch zu gefährlich
war.
Um die Jugend zu ertüchtigen, wurden die Jungen mit 10
Jahren zum Jungvolk eingezogen und die Mädchen zu den Jungmädchen. Dort
wurden sie durch Sport und Disziplinübungen gedrillt. Mit 14 kamen die
Jungen in die HJ (Hitlerjugend) und die Mädchen in die BDM (Bund deutscher
Mädchen), dort begann ein strenger Dienst. Adolf Hitler war sehr
darauf bedacht, Nachwuchs zu bekommen und ehrte die Mütter ab 4 Kinder mit
einem Mutterkreuz.
Da die Ostfront (die Russen) immer näher
rückten, mussten wir im Februar '45 aus Dievenow fliehen. Doch der
Bürgermeister wollte meinen Bruder nicht mitreisen lassen, da er zur
Verteidigung heran gezogen werden sollte. Meine Tante, bei der wir
wohnten, schaffte es den Bürgermeister zu überzeugen, dass mein Bruder mit
musste. Von Pommern nach Hamburg brauchten wir nun anstatt 8 Std.
3 Tage. Meiner Mutter war es inzwischen gelungen, eine Bleibe für
uns zu schaffen. Auf einem Gartengrundstück hatte sie ein 20m² großes,
so genanntes Leyhaus von russischen Kriegsgefangenen aufstellen
lassen.
Wenn meine Mutter Nachtdienst hatte, brachte sie uns
in einen Tiefbunker am Berliner Tor, wo wir dann übernachteten. Nach
Dienstschluss morgens um 6 holte sie uns wieder ab. Es gab auch einen
Hochbunker in der Nähe, aber wir bevorzugten den Tiefbunker, da er
sicherer war.
Wenn am Tage Alarm war, mussten wir in den
Luftschutzkeller im Bahnhofsgebäude. Einmal hat uns ein Tieffliegerangriff
überrascht. Ich kam vom Einkaufen, als plötzlich die Tiefflieger
auftauchten und auf einen Zug schossen, der 100m entfernt auf dem Gleis
stand. Ich schmiss mich sofort auf die Erde. Zu meinem Schrecken bemerkte
ich, dass meine Zöpfe mit den roten Haarschleifen noch auf meinem Rücken
lagen. Ganz vorsichtig und ohne mich viel zu bewegen holte ich sie nach
unten. Schnell war der Angriff wieder vorbei und ich lief nach Hause. Dort
fand ich meine Mutter unter der Bettdecke versteckt und vor Angst
zitternd.
Karfreitag vor Kriegsende (5. Mai 1945 an meinem
11. Geburtstag) fielen bei einem Angriff noch einige Bomben in unserer
Nähe. Mein Bruder und ich befanden uns in dem Luftschutzkeller im Bahnhof.
Als eine Bombe ca. 60 m entfernt in einen Bahndamm einschlug, kam erst ein
starker Windstoß in den Keller und dann schaukelte er hin und her. Gott
sei Dank blieb das Gebäude heil. Wir sind noch einmal mit einem Schrecken
davon gekommen. Nicht soviel Glück hatte eine Familie, die sich eine Höhle
als Splitterschutz in die Erde gegraben hatte. Als in deren Nähe zwei
Bomben einschlugen, lief die Höhle voll Wasser und sie ertranken. Es war
ein wirklich schrecklicher Anblick für uns, als man die Leichen aus dem
Wasser zog.
Da der Krieg sich dem Ende zuneigte, wurden die
Lebensmittel immer knapper und auch auf den Lebensmittelkarten wurden die
Rationen immer kleiner. Auch nach dem Krieg blieben die Lebensmittel
knapp, und aus Verzweiflung und Hunger gingen wir zu den Bauern und
bettelten um Lebensmittel. Wenn wir Pech hatten, gerieten wir in eine
Polizeikontrolle, die uns unser mühsam Erbetteltes wieder abnahm, da es
verboten war. Wir sammelten von den abgeernteten Kornfeldern die
liegen gebliebenen Ähren, woraus wir uns ein wenig Mehl
machten. Zu allem Unglück folgte auch noch ein sehr, sehr kalter
Winter und es gab kein Brennmaterial zu kaufen. Um nicht zu erfrieren,
hielten die Leute Kohlenzüge an und klauten Kohlen und Briketts. Es sprach
sich auch sehr schnell herum, wenn auf dem Güterbahnhof ein Kohlenzug
stand. Auch hier musste man vorsichtig sein, um nicht von der Bahnpolizei
erwischt zu werden. Mein Großvater musste sogar eine Nacht auf
der Wache übernachten.
Auch in dieser Zeit kamen noch viele
Menschen durch Kälte und Hunger um. Auf dem Hamburger Hauptfriedhof in
Ohlsdorf wurde für die 1943 im Bombenhagel umgekommenen Hamburger ein
Ehrenmal
errichtet."
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Beurteilung des Feldwebels Walter
Tiedke, geb. 9.8.03,
a) Wertung der
Persönlichkeit (Charaktereigenschaften):
Ruhiger, offener Charakter, kameradschaftlich
b)
geistige und körperliche Veranlagung: tüchtig
im Marschschritt, körperlich leistungsfähig
c)
Führung: sehr gut
d) In welcher Stelle Dienst getan: Zug- und
Gruppenführer ........?...... Strafvollzug
e)
Besondere Ausbildung: -
f) Dienstliche Kenntnisse
und Leistung: Gut, energisch, setzt sich bei Gefg. gut
durch
g) Strafen: s. Str. A.
h) Eignung:
Zugführer
1.) Zur Beförderung zum nächst höheren
Dienstgrad: entfällt 2.) Zur Ernennung: entfällt 3.) Für
welche Verwendung: entfällt
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Entlassungsschein
Der Uffz.
(Unteroffizier) Georg Zdobnicky geboren am 29.8.07 in
Hamburg hat vom 18.6.40 bis 23. April 1945aktiven Wehrdienst
geleistet und sich während seiner Dienstzeit hier gut geführt. Er
wurde am 23. April 1945 nach Hamburg Bramstedt entlassen Seine
Wehrdienstpapiere (Kriegsstammrollenblatt, Soldbuch, W-Buch,
V-Karte)* werden an das ...........%.............
überweisen. Er hat am Entlassungstag erhalten*: a) den
Wehrpass (Dienstzeitbescheinigung) b) Wehrsold bis einschließlich
30.04.45 c) Unterkunftsvergütung bis
einschließlich ....... %........
d) Naturverpflegung bis einschließlich 23.04.45 e)
Verpflegungsgeld bis einschließlich ........%.......... f) als
Eigentum: 1 Hemd, 1 Unterhose, 1 Paar Socken, der
Fußlappen, 1 Taschentuch g) gegen Bezahlung von RM 10,-- ein Paar
Schnürschuhe h) leihweise: Marschanzug bestehend aus
Feldmütze, Feldbluse mit Kragenbinde, lange Tuchhose Koppel mit
Schloß, Schnürschuhen (Schnürschuhe streichen sofern g) käuflich
erworben) i) Entlassungsgeld in Betrag von
........%..........RM
23. April 1945 a.v. Verteilungsstelle 4
B
Rückseite: III. Bescheinigung über Meldungen
am neuen Wohnort: Der Bürgermeister als
Ortspolizeibehörde
27.4.45 Bad Bramstedt (Holst.) |
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