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Interview mit Frau Maczkowiak über ihre Kindheit
und den 2. Weltkrieg in Polen
1.) Was verbinden Sie mit dem 2. Weltkrieg?
Mit dem 2. Weltkrieg verbinde ich meine Kindheit. Ich war fünf Jahre alt und
lebte in der Nähe von Hohensalza. Ich lebte sehr ruhig und in Frieden mit
den Deutschen und kann mich über meine Kindheit nicht beschweren, obwohl mir
der Krieg auch Angst ein gejagt hat. Als kleines Mädchen musste ich mit
meinen Eltern und meinen zwei Geschwistern das Haus verlassen, da dieses von
Flugzeugen bombardiert wurde und ausbrannte. Ich erinnere mich an viele
brennende Häuser.
2.) Wie sah ihre Situation zur Zeit des 2. Weltkrieges aus?
Meine zwei Schwestern und ich gingen auf eine deutsche Schule. Dort war das
Sprechen unserer polnischen Muttersprache untersagt. Ich lernte zwei
deutsche Mädchen kennen, mit denen ich mich anfreundete. Ihre Namen waren
Irma und Lora. Oft spielten wir zusammen im Keller.
Wir lebten recht zufrieden. Es gab keine großen Konflikte. Einmal schlug
eine Granate bei uns ein und das Haus stand in Flammen. Wir jedoch blieben
verschont und auch das Bild der Jungfrau bekam keinen einzigen Kratzer,
welches über einem Tisch an der Wand hing. Welch ein Wunder!
3.) Wie sah das Ende des 2. Weltkrieges aus?
Die Deutschen verschwanden und die Russen kamen. Ich weiß, dass Freude im
Land herrschte. In dieser Zeit nahm mein Vater einen deutschen Jungen , der
in den Wirren des Krieges seine Mutter verloren hatte, auf. Sein Name war
Klaus und wir betrachteten ihn wie einen Bruder. Klaus war 10 Jahre alt und
verstand kein einziges Wort Polnisch. Das sorgte für Missverständnisse. Wir
brachten ihm polnische Gebete bei. Nach einem Jahr fand seine Mutter ihn
wieder und wir nahmen Abschied von Klaus. Das war sehr traurig, denn er war
uns sehr ans Herz gewachsen.
4.) Können Sie sich an ein lustiges Ereignis erinnern?
Ich ging auf eine deutsche Schule und musste jeden Tag 4 km laufen. Wir
durften in der Schule kein einziges Wort Polnisch sprechen und meine
Deutschkenntnisse waren noch sehr gering. Ich war sieben Jahre alt und wir
waren es nicht gewohnt, mit Jungen gemeinsam zur Schule zu gehen. Eines
Tages spuckten mir Jungen an unser Fenster und ärgerten mich. Ich nahm
meinen ganzen Mut zusammen und hob am nächsten Tag in der Schule die Hand.
Ich konnte kein Wort Deutsch aber komischerweise fiel es mir leicht, den
Satz "Bitte Frau Lehrerin, die zwei Jungen, na meine Scheibe gespuckt" zu
bilden und bis heute weiß ich nicht, wie die Wörter aus meinem Mund kamen.
Diese zwei Jungen wurden daraufhin auch bestraft.
5.) Wie sah es mit der Versorgung aus?
Wir bekamen Kärtchen, mit denen wir unsere Nahrungsrationen abholten. Es war
zwar nicht viel, aber wir mussten auch nicht hungern.
Vielen Dank für das Interview Frau Maczkowiak!
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