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Die schweren Zeiten nach dem 2. Weltkrieg
Niederschrift eines Interviews mit Herrn K. (*1947)
Diese Erinnerung ist die Geschichte, die Herr Manhart in der Nachkriegszeit
miterlebt hat.
Er ist aufgewachsen in den Hansestädten Hamburg und Bremen und wohnte
abwechselnd bei seinen Eltern und Großeltern.
Er berichtete zu diesem Thema folgendes:
Schlechte Wohnsituation
„Ich bin direkt in die Nachkriegszeit hineingeboren. Ich lebte in ärmlichsten
Verhältnissen mit meiner Mutter. Mein Vater war noch in der
Kriegsgefangenschaft.
Da es in Hamburg keinen Wohnraum für uns gab, weil durch den 2. Weltkrieg die
meisten Häuser zerstört waren, zog meine Mutter nach Bremen zu meinem Großvater,
väterlicherseits.
Dort lebten wir ein halbes Jahr in einer Zwei-Zimmerwohnung, die noch der Rest
eines Hauses war, das während des Krieges bei einem Bombenangriff zur Ruine
wurde.“
Eltern waren auf die Hilfe der Kinder angewiesen
„Als mein Vater aus der Gefangenschaft kam, zogen wir in eine Gartenparzelle vor
dem Deich an der Weser. Wir hatten, wie viele, kein fließendes Wasser und nur
einen Kohleofen. Ich war damals fünf Jahre alt. Das Wasser musste mit einem
Handwagen von einem nahe gelegenen Bauernhof geholt werden. Kohle besorgten wir
von einem weit entfernten Kohlenhändler.“
Gefährliches Spielen für Kinder
„Gespielt wurde auf den Straßen mit Murmeln, und in den Ruinen. Auch in Bunkern
spielten wir und fanden Restmunition aus dem Krieg. Ich hörte, dass viele durch
diese Funde Unfälle erlitten haben, teils mit tödlichem Ausgang. Eltern und
Lehrer warnten uns ständig davor, solche Funde anzufassen.“
Finanzielle Situation
„Wir lebten noch lange in ärmlichen Verhältnissen und meine Mutter musste mit
ihren Mitteln genau kalkulieren. Zu essen gab es fast nur Suppen, selten
Fleisch. Zum Glück hatten wir einen kleinen Garten und konnten etwas Gemüse und
Kartoffeln ziehen.
Taschengeld verdienten wir uns durch Sammeln von Alteisen und Bleirohren, die
wir aus den Ruinen holten und beim Schrotthändler verkauften: Für 1 kg Eisen gab
es 5 Pfennige, 1 kg Blei brachte 11 Pfennige ein. Kleidung wurde immer wieder
geflickt und von großen Kindern an kleine Kinder weitergegeben.“
Die Nahrungsbeschaffung
„Supermärkte gab es noch nicht, nur ein paar kleine Einzelhändler. Viele Händler
kamen mit Pferd und Wagen und boten ihre Waren an. Sie hatten Handglocken und
riefen laut. So gab es Kartoffel-, Milch-, Käse- und Eier- und Fischhändler.
War es in den frühen fünfziger Jahren noch ein ziemlich karges Leben, so begann
doch dann der Aufschwung und die besseren Zeiten.“
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