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Dieser Eintrag stammt von Ilse Stein *1931 |
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Es gibt uns noch! Beim Durchsehen alter Unterlagen fand ich diese Briefe aus dem Jahr 1947. Der Krieg war zum Glück vorbei, aber das Leben war für uns alle noch sehr schwer. Man war sehr froh, wenn man seine Verwandten und Freunde wiederfand und Kontakte mit ihnen wieder hergestellt werden konnten. Erste Briefe, Mitteilungen, wie es einem ging, wurden ausgetauscht. Aus dem Inhalt der Briefe kann man erfahren, was zu der Zeit das Wichtigste war, Leben und Überleben. Man war froh, wenn es einem gut ging und man die Möglichkeit hatte, sich zum Beispiel durch den Anbau von Gemüse, Vorräte für den nächsten Winter zu beschaffen. Um genügend Brennmaterial zum Kochen und Heizen zu haben, musste man auch eigene Initiativen zeigen und im Wald und an Knicks Holz sammeln. Es gab zu der Zeit ein oft gutes Miteinander, man half sich gegenseitig mit dem, was man konnte und was man hatte und bekam als Ausgleich auf irgendeine Art auch von dem anderen Hilfe. Der erste Brief war von meiner Tante Marie, die zu der Zeit mit ihrem Mann in Stuck, bei Eldena in Mecklenburg lebte. Dort war sie mit ihrem Mann nach der Ausbombung 1943 in Hamburg untergekommen. Tante Marie war zu der Zeit 65 Jahre alt.
Der zweite Brief ist von Onkel Willi und Tante Ella aus Amerika. Wie schön, wenn man einen Onkel in Amerika hatte. Onkel Willi war der Sohn von Tante Marie. Er war 1923, in der Zeit der Inflation damals, nach Amerika ausgewandert und hatte sich dort in New York eine Existenz geschaffen. Seine Eltern hatten ihn seit der Zeit noch nie wiedergesehen. Neue Kontakte konnten erst nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen werden. Onkel Willi war dann sehr bemüht, seine Eltern und seine Verwandten zu unterstützen. Mit Paketen für alle, in dem er Dinge schickte, die es in Deutschland damals zu der Zeit noch kaum wieder gab. Er versuchte seinen Lieben das Leben durch diese Gaben ein wenig zu verschönern und zu erleichtern. Interessant aus heutiger Sicht ist sein Brief vom 12. Februar 1947, in dem er darüber berichtet, wie er den Krieg in New York erlebt und empfunden hat. Im Sommer 1954 ist er dann zu ersten Mal, nach so vielen Jahren, mit seiner Frau wieder nach Deutschland gekommen. Von da an kamen sie etwa alle zwei Jahre in die Heimat zurück. Mit seinen Eltern und allen Verwandten haben wir dann noch viele fröhliche Stunden miteinander verbracht. |