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„Aufgewachsen
in der Nachkriegszeit“
Interview von Jan
Engler mit Herrn Z., geb. 1937
Wo
sind sie aufgewachsen?
Ich
bin 1937 in der Nähe von Köln geboren und aufgewachsen. Wir sind dann
1946 umgezogen, damals erfuhren wir vom Tod meines Vaters, wir zogen zu
meiner Tante nach Tönning, falls man das überhaupt Umzug nennen kann.
Uns blieb ja nicht viel, nachdem wir ausgebombt waren und selbst das
wenige, das wir noch hatten war schwer mitzunehmen.
Sie
sind also ohne Vater aufgewachsen?
Nicht
ganz, meine Mutter heiratete 1951 noch einmal, aber meinen Stiefvater habe
ich nie gemocht.
Wie
haben sie ihre Kindheit in Erinnerung?
Relativ
glücklich, ich wurde selten geschlagen, meine Familie war im Ort recht
angesehen und konnte sich ziemlich viel leisten, für die damalige Zeit.
Können
sie einmal einen typischen Wochenablauf damals beschreiben?
Montag
bis Samstag Schule und Sonntags Kirche.
Und
Nachmittags?
Nachmittags
bin ich größtenteils mit den anderen Jungs aus der Nachbarschaft in der
Gegend rumgeturnt, wenn die Hausaufgaben und Mütter es zuließen, (mein
Gott wir sahen aus wie Sau wenn wir nach Hause kamen) und später natürlich
in Gruppen den Mädchen hinterhergelaufen. Später dann nicht mehr in
Gruppen und nur mit Mädchen. Natürlich haben wir auch Musik gehört,
nicht so ein Zeug wie ihr heute und auch nicht so viel wie ihr. Ich war
der einzige der in der Nachbarschaft einen Plattenspieler hatte (Ich hatte
dementsprechend viel Besuch ). Leider reichte das Geld dann nur noch für
eine Platte (Elvis) und die wurde sooft gehört bis meine Mutter sie unter
Beschlag nahm, weil das erstens keine Musik sei und zweitens weil sie die
nicht mehr hören könne. Dann wurde erst einmal keine Musik gehört bis
das Geld für eine neue Platte reichte (die alte Platte habe ich nie
wiedergesehen).
Nun
zu einem leidigen Thema der Schule. War sie härter als heute?
Mit
Sicherheit! Zum Beispiel durften die Lehrer damals noch prügeln, was
meiner mit Vorliebe tat, aber dafür hat man auch viel gelernt. Ich war
zwar nicht besonders schlau, aber dennoch hat es für einen Kaufmann
gereicht. Was ich all meinen Lehrern hoch anrechne, denn ich war
keineswegs einfach in dieser Zeit.
Na
ja, ich hatte es ja auch einfacher, weil ich keine Brüder hatte. So hatte
ich immer neue Schulbücher. Das macht das Lernen leichter. Auch mein
Stiefvater hat viel getan. Erst ist er immer wieder zu meinen Direktor
gelaufen und später dann auch noch zu meinem Meister während der Lehre.
Haben
sie sich jemals gewünscht, später, also z.B. in dieser Zeit 2000)
geboren zu sein?
Noch
mal durch die Schule? Nein, das könnte ich nicht!
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