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Dieser Eintrag stammt von Alina Piening |
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Freizeit
und Alltag der Jugend Ich
habe Herrn Piening, geb. 1951, zum Thema Freizeit und Alltag der Jugend in
den 50er Jahren befragt.
Hast du damals Musik gehört und wenn ja, was war das für welche? Das
war ein Koffer mit einem abnehmbaren Deckel, in welchem Monolautsprecher
eingebaut waren. Dann gab es die ersten Schallplatte, auch die ersten
Platten aus Amerika von Duane Eddy, zum Beispiel "Limbo Rock",
auch die ersten Rock´n Roll-Stücke. Im Radio durften wir das nicht alles
hören, weil die Eltern das nicht mochten. So haben wir manchmal den
Plattenspieler am entfernten Stellen aufgestellt, wo es Strom gab. Wie
war das damals mit dem Fernsehen? Was
habt ihr sonst in der Freizeit gemacht? Dabei
haben wir auch manchmal so getan, als seien wir berühmte Fußballspieler,
also zum Beispiel Helmut Rahn, Liberich oder Fritz oder Otmar Walther.
Manchmal haben wir auch Cowboy und Indianer gespielt, hatten Gürtel mit
Colts und Platzpatronen und uns versteckt und gegenseitig gejagt. Das heißt,
wir waren sehr oft draußen, unsere Spiele waren körperlich. Sie waren
auch fantasievoller als heute. Zum Beispiel spielten wir "Sprok":
Du suchst verschiedene kleine Hölzer, tust sie auf einen Haufen, dann wir
das Holz auseinander getreten. Wer an der Reihe war, musste erst das Holz
zusammensuchen, während die anderen sich versteckten (wir hatten einen
großen Garten). Dann musste er die Versteckten finden und rief dann
"Akrill". Als wir am Ende der 50er Jahre ein Fahrrad bekamen,
waren wir oft mit dem Rad auf der Straße. Leider
musste ich auch in einem Jungenchor singen. Manches war schön, aber
vieles war Zwang dabei. Schön waren die Konzerte, wir haben später auch
Konzertreisen bis ins Weserbergland gemacht. Einmal sogar nach
Norditalien. Auch haben wir eine Schallplatte aufgenommen. Es war auch
viel üben dabei. Das nahm viel Zeit in Anspruch. Ich
wäre gerne in den Fußballverein eingetreten, aber meine Eltern sahen
darin eine Konkurrenz zum sonntäglichen Kirchgang, den wir öfter machen
mussten. Was
hattet ihr damals zu lesen? Dann
gab es einen Freund, der hatte Mickey Mouse Bücher. Als ich das mitbekam,
habe ich einmal Sonnabends nach dem Mittagessen mich zu ihm begeben, die
Welt um mich herum habe ich vergessen. Erst am späten Abend habe ich
gemerkt, wie die Zeit verflossen war. Meine Eltern wollten gerade die
Polizei rufen. Zur Strafe war mir in der Folgezeit das Lesen von Mickey
Mouse Heften verboten. Ich bekam ein Zwangsabonnement in der Stadtbücherei. Welche
Mode war damals in und hast du dich dafür interessiert? Für
uns Jungs war es toll, wenn wir Fußballstutzen hatten. Trikots und
Vereinssporthosen hatten natürlich nur diejenigen, die im Fußballverein
waren. Ganz
modisch waren Jeans, die hießen aber nicht so, sondern "Nietenhosen". Ganz
stark war, dass mein Bruder und ich einmal jeder einen Trainingsanzug
geschenkt bekamen, die Jacken hatten ein großes rotes V beginnend an den
Schultern und am Bauch zusammenlaufend. Warst
du damals sonst in irgendeiner Jugendgruppe? |